FriedensRatschlag Lüneburger Heide Pfingsten beim Friedenswandern am Deister

Beim diesjährigen Friedens-Pfingstwandern am Deister stand die Aufrüstung im Militär-Hotspot in der Heide im Mittelpunkt. Dazu angereist waren auch gewerkschaftliche Akteure des FriedensRatschlag Lüneburger Heide.

Einlader Axel Seng von Deister-Friedensinitiative und DieLinke begrüßte Teilnehmende aus mehreren Orten Niedersachsens mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz in Springe. Er kritisierte, dass zum Ukraine-Krieg Friedensverhandlungen von beiden Seiten nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit betrieben werden. Axel Seng erläuterte die Aufrüstung in Westeuropa: „In den letzten Jahren wurde so viel Geld in die Rüstung gesteckt, dass wir in der Zwischenzeit das Zehnfache von dem ausgeben was Putin für den Krieg investiert.“

Hauptredner war Charly Braun, vom FriedensRatschlag und der „Gewerkschaftlichen Initiative für Frieden und Militär- und Rüstungskonversion“. Er stellte den Militärkomplex zwischen Rheinmetall Unterlüß, dem größten Heeresstandort Munster, Europas größtem Truppenübungsplatz zwischen Bergen und Bad Fallingbostel sowie neue zunehmende Aufrüstungsmassnahmen in diesem Gebiet vor. „Eine Aufrüstung, die durch Streichungen im Gesundheits- und Sozialwesen die Mehrheit der Bevölkerung existenziell trifft“, betonte der DGB- und ver.di-Gewerkschaftsfunktionär.

Die jetzt propagierte und trainierte sogenannte zivil-militärische Zusammenarbeit werde in Kürze viele Firmen und zivile Gruppen in Kriegsvorbereitungen einbeziehen. „Je mehr Militär und Rüstung konzentriert ist, desto größer die Gefahr selbst zum Angriffsziel zu werden“, erklärte Braun mit Verweis auf Aussagen des Leiters des Bundeswehr-Landeskommando Niedersachsen, Oberst Wachter.

Mit Friedensfahnen wanderten die Eingeladenen anschließend durch Dörfer und schöne Natur am Deister bis zum gemeinsamen Essen im Dorfgemeinschaftshaus Völksen.